© franciscan cyberspot


 MENU
  * Main
  * Description
  * Before Christ
  * Justinian
  * Till Crusades
  * Post Crusades
  * Franciscans
  * Christmas
  * It's Christmas
  * Shrines
  * Pictures
 SYNTHESIS
  * Italiano
  * Francais
  * Portugues
  * Español
  * Deutsch

 CHRISTMAS
 CELEBRATIONS

  * Catholic 1
  * Catholic 2
  * Orthodox
  * Christians
 MESSAGES
  * Pope
  * Patriarchs
  * Custos
  ARTICLES
  * Peace
  * Greccio
  * S. Francesco
  * Fathers
  * Homilies
  * Herodion
  * Silenzio
  * Pictures 1
  * Pictures 2
  * Pictures 3
  * Pictures 4

DIE FRANZISKANER IN BETLEHEM


  
Die Franziskaner leben seit 6 Jahrhunderten in unmittelbarer Nähe von der Geburtsstätte unseres Herrn Jesus Christus. Eine gewisse Präsenz besteht schon in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts, aber seit dem Jahr 1347 ist sie beständig.
Es ist interessant, daß die Präsenz der Franziskaner vor allem aufgrund ihrer Aktivitäten während der ersten beiden Jahrhunderte dokumentiert ist und zwar durch die Restaurierung der alten justinianischen Basilika in den Jahren 1393 bis 1399, 1438, 1448 bis 1452 und 1479 bis 1480.
Von Anfang an bemühten sie sich um praktische Andachtsformen in der Art von außerliturgischen Stationen zur Verehrung der Geburtsstätte Jesu. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben sahen die Franziskaner in Bethlehem in der Pflege des regelmäßigen liturgischen Chorgebets, so daß Pilger sie wiederholt mit Chorherren verglichen haben.

DAS LEBEN IN BETLEHEM IM LAUF DER ZEIT
  
In alten Drucken von 1800 gleicht das Franziskanerkloster einem Schloß oder einer Burg. Ludolf von Sudheim schreibt im Jahr 1340, daß Kirche und Kloster von Betlehem mit Türmen und Mauern versehen waren wie ein Schloß. Nach P. Francesco Suriano, Kustos des Hl. Landes (1493-1495 und 1512-1514), waren Kirche und Kloster mit Mauern und Pfeilern und speziellen Befestigungen/Mauersimsen umgeben. Diese Befestigungen erstellten die Christen zu ihrer Verteidigung. Der beste Fremdenführer über Syrien und Palästina „Baedeker" hebt in seiner französischen Ausgabe von 1882 noch hervor, wie der Klosterbau die Geburtskirche wie eine wahre Festung umgibt.
Die Franziskaner mußten sich verteidigen gegen die Überfälle der Räuber aus der nahegelegenen Wüste und der Übeltäter vor Ort. Im Jahr 1817 berichtet der Kustos P. Salvatore Antonio von Malta der „Propaganda Fide": Im Jahr 1811 ist die Klosterfamilie von Bethlehem gut zweimal mit dem Tod bedroht worden, als die Türken einen Teil des Konventes besetzten. Wenn sie geblieben wären und nicht sofort die Flucht ergriffen hätten, wären sie ein Opfer des Todes geworden. Zwei Ordensleute, die sich in Sicherheit glaubten, hofften, die große Plünderung zu verhüten, waren gezwungen, in der folgenden Nacht auf die Mauern zu steigen und zwischen Felsen und Abhang sich ins Freie zu flüchten. Die dicke Klostermauer diente oftmals der örtlichen Bevölkerung als Zuflucht und Schutz.


DIENST AN DEN PILGERN
  
Wie der liturgische Dienst, so wurde auch der Dienst an den Pilgern von Anfang an den Franziskanern von der zuständigen muslimischen Autorität erlaubt. Der Konvent konnte von sich aus nur über einige ausdrücklich für die Pilger reservierten Plätze verfügen: das ist z.B. auf einem Plan dokumentiert, der von P. Bernardino Amico um das Jahr 1596 signiert ist. Danach konnten nur wenige Gäste ohne Schwierigkeit eine Unterkunft finden.
Man kann sich auch vorstellen, daß ein Pilgerbesuch in Betlehem gewöhnlich nicht viel Zeit in Anspruch nahm. Wenn man eine Nacht dort verbringen wollte, geschah das in persönlichem Gebet und in der Teilnahme an der offiziellen nächtlichen Liturgie und Hl. Messe an der Geburtsgrotte. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts nahmen die Einzelwallfahrten immer mehr zu und schlossen sich zu organisierten großen Gruppen und Gesellschaften zusammen.
Wie schon früher begonnen, so versuchten die Brüder auch jetzt, die Pilger in die dafür bestimmten Plätze aufzunehmen. Um das Jahr 1870 wurde ein ganzer Konventsflügel wieder aufgebaut und zum Teil rekonstruiert. Über das Ergebnis wird später ausführlich berichtet.
Im Jahr 1908 konnte ein Pilgerheim "Casa Nova" erbaut werden, das 70 Jahre später gründlich überholt wurde. Das neue Gebäude - so sagte man - sollte dem nahegelegenen, heiligeren und antiken christlichen Gebäude würdig sein und mit dem Blick auf die herrliche Landschaft bis nach Jerusalem einen unvergeßlichen Eindruck in dem Pilger hinterlassen, der, wenn auch nur kurz, so nahe an der Wiege unseres Herrn weilen durfte. Am 28. April 1986 wurde die neue "Casa Nova" eingeweiht, die vollständig vom Konvent unabhängig ist. Sie kann bis zu 129 Pilger aufnehmen, der Speisesaal fasst etwa das Doppelte.


DIE PFARREI
  
Das franziskanische Apostolat in Betlehem im Spätmittelalter war hauptsächlich ein Apostolat des christlichen Zeugnisses ohne außerordentliche Aktionen nach außen. Die ständige Feindseligkeit von Seiten der Umgebung, mehr oder weniger von Amts wegen, besonders gegen den katholischen Namen, erlaubte keine öffentliche Aktivität in Form eines normalen Apostolats.
Mit der Zeit gelang das Apostolat immer besser unter dem Schutz der katholischen Mächte, die sich für die Franziskaner im Heiligen Land einsetzten. Auf ihre Weise haben die Konzilien von Florenz (1438-1445) und von Trient (154~1563), die neue Formen des Apostolats gebracht haben, Räume der Evangelisierung eröffnet, die früher nicht möglich waren. Ein Geschenk der Vorsehung war die Gründung der Heiligen Kongregation zur Ausbreitung des Glaubens "Propaganda fidei" (1622), die eine gründliche und umfassende Dokumentation über das Apostolat in nichtchristlichen Ländern erstellte. Es ist bemerkenswert, daß diese Kongregation offiziell und juristisch die Einrichtung von lateinischen Pfarreien im Heiligen Land anerkennt und damit auch die Franziskaner als Pfarrer.
Von dieser Zeit an kann man die pastorale Tätigkeit verfolgen, insbesondere anhand der Pfarrbücher mit den Daten und Eintragungen. Es existiert eine Aufzeichnung mit statistischen und anderen Angaben über die Pfarrei Bethlehem von 1664 bis 1848. Aus der Zeit zwischen 1545 und 1748 stammen nicht weniger als 10 Dokumente von der türkischen Autorität, die jedem untersagten, jene zu belästigen, die katholisch wurden, wenn sie nur den vorgeschriebenen Tribut leisteten: 5 von diesen Dokumenten sind Firmane vom Sultan persönlich mit vielen spezifischen Bemerkungen für Betlehem.
Die Tatsache von so vielen Einschränkungen durch die türkische Autorität zeigt zur Genüge, daß die Situation in Betlehem in jener Zeit nicht leicht war für den, der katholisch war und sich auch als katholisch ausgab. Obwohl diese schlimmen Umstände über Jahrhunderte hin die Absicht hatten, die katholische Pfarrei in Betlehem zu zerstören, so hat sie doch zur gleichen Zeit an Leben gewonnen, ist gewachsen und sogar aufgeblüht während der türkischen Epoche, wie man aus der einfachen Statistik erkennen kann, die im Jahr 1664 128 Gläubige aufweist, 1909 gut 5172 und 1998 4300.
Das Apostolat der Franziskaner hat sich nicht nur auf die Bewohner vor Ort beschränkt sondem auch auf die Nachbargemeinden Beit-Sahour und Beit-Djala. Aus den Berichten an die Heilige Kongregation für die Ausbreitung des Glaubens geht hervor, daß im Jahr 1691 in Beit-Sahour "20 katholische Häuser" waren und im Jahr 1692 60 Seelen zum katholischen Glauben übergetreten waren.
Auch Beit-Djala, ein anderes Dorf bei Bethlehem hat eine sehr ähnliche Geschichte wie Beit-Sahour in Bezug auf den katholischen Glauben. Schon vor 1692 gab es eine Welle von Konversionen. 1713 teilten die Ortsvorsteher von Beit-Djala dem P. Guadian vom Konvent in Betlehem mit, daß das ganze Dorf katholisch werden möchte. Es war eine heikle Situation, die sich damit ergab. Dieser Fall wurde in Rom von der dafür zuständigen kirchlichen Stelle aufmerksam studiert. Und obwohl daraufhin einige nebensächliche Einwände erhoben wurden, wie schon früher erwähnt, erhielten die Franziskaner ein sehr positives Ergebnis. So bildete sich schon im Jahr 1760 in Beit-Djala die katholische Pfarrgemeinde nach byzantinischem Ritus mit einem eigenen Pfarrer in Abhängigkeit von der eigenen kirchlichen Hierarchie.
Inzwischen ist das katholische Leben in Beit-Sahour und in Beit-Djala, heute gleichsam 2 Vorstädte von Bethlehem, voll entwickelt und organisiert unter der Obhut der jeweiligen Pfarrer vom lateinischen und byzantinischen Ritus.
Andere katholische Einrichtungen, die in der Pfarrei das Licht der Welt erblickten, sind der Dritte Orden (früher so genannt, heute „Franzikanische Gemeinschaft", die Katholische Aktion (1958), die Legio Mariens und der Kreuzfahrer.


DIE SCHULE DER PFARREI
  
Eine der charakteristischsten und jahrhundertealten Aktivitäten der Franziskaner in Betlehem stellt die Schule für die Jungen dar, die - soweit man weiß - die älteste von allen Schulen ist, welche von den Franziskanern in der Kustodie des Heiligen Landes gegründet wurden.
Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1598. Man verdankt sie dem holländischen Pilger Jan van Kootwyck. Er erwähnt, daß in Betlehem alle die lateinische Sprache beherrschen, die sie schon als Kinder lernen, um als Erwachsene den Pilgern aus dem Westen als Pilgerführer dienen zu können. Kootwyck betont besonders, daß die Ordensleute von diesem Konvent den Jungen auch die anderen Fremdsprachen lehren, wie es deutlich aus einer Dokumentation einige Jahrzehnte später hervorgeht.
Von Anfang an entwickelte sich die Schule zu einer immer besseren Organisationsform, immer auf elementarer Ebene, jedoch immer bemüht, sich den Bedürfnissen und Umständen der jeweiligen Zeit anzupassen. Erst in den letzten 50 Jahren wurden allmählich die neuen Klassen der Mittel- und Oberstufen hinzugefügt, um so die Schüler bis zur Universitätsstufe zu führen.
Was die Schülerschaft betrifft, können einige Grunddaten genügen: 1692 waren es ca. 50 Schüler, 1848 zählte man 90, 1898 mehr als 300, im Schuljahr 1989-1990 waren es 736, im 1999-2000 903.
Mit der Zeit mußte man an ein eigens für die Schule vorgesehenes Gebäude denken. Daswurde erst in den Jahren 1961-1964 möglich. Es nahm seinen Betrieb auf mit Beginn des Schuljahres 1964-1965.
Immer im Zuge der schulischen Tätigkeit gründeten die Franziskaner in der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in Betlehem eine Schule für die Mädchen und übertrugen den Frauen vor Ort den didaktischen und disziplinarischen Bereich. Sehr bald erkannte man die Gelegenheit, besser gesagt die Notwendigkeit, sich an eine Schwesterngemeinschaft zu wenden, genauer an die Schwestern vom Hl. Josef, die besser die didaktische und erzieherische Aufgabe garantieren konnte, ebenso die Kontinuität. Diese besagte Mädchenschule, immer abhängig von der Kustodie des Heiligen Landes, in der die Schwestem vom Hl. Josef ihre wertvolle Leitungs- Lehr- und Erziehungsaufgabe fortführen, wird im Schuljahr 1999-2000 von 975 Schülerinnen besucht.
Die Franziskaner haben vor allem durch die Schulen versucht, an erster Stelle eine Begegnung mit dem katholischen Element zu schaffen, vor allem für die Hauptverantwortlichen vor Ort, aber zur gleichen Zeit haben sie nicht versäumt, nach Möglichkeit auch die Nichtkatholiken und Nichtchristen aufzunehmen. Mittels dieser "Öffnung" sind Kontakte und Dialoge mit der Umgebung möglich, nicht nur mit den eigenen Leuten, sondem auch mit denen, die auf anderen Wegen nicht leicht zu erreichen sind.


SANITÄTSDIENST
  
Neben der pastoralen und didaktischen Tätigkeit bestand auch der Sanitätsdienst, der erst im letzten Jahrhundert kontinuierlich und effektiv entwickelt und organisiert werden konnte. Aus einigen Unterlagen geht hervor, daß es seit der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg im Konvent von Bethlehem eine Apotheke gab. Nach einem Zeugnis Ende des Jahrhunderts soll auch „ein guter Vorrat an Medikamenten bestanden haben für die Bedürfnisse einer großen Zahl von Kranken, die täglich die Behandlung von einem Ordensmann, der Arzt war, erhalten haben. Die entsprechenden Medikamente erhielten sie umsonst." Nach heutiger Beurteilung hat es sich um eine ambulante Behandlung und Erste Hilfe durch fachkundiges Personal gehandelt.
Unter der englischen anstelle der türkischen Regierung haben die Apotheken in Palästina zugenommen und sind in ihrer Qualität besser geworden. Zur selben Zeit hat auch das zivile Personal zugenommen und wurde qualifizierter. Dadurch verlor die Tätigkeit der Franziskaner auf dem Gebiet des Sanitätsdienstes größtenteils ihre Bedeutung und ihre Notwendigkeit. Im Blick auf diese neue Situation hat man anderen Wegen zu den Hilfsbedürftigen den Vorzug gegeben.
Von diesen neuen Formen war eine vielversprechend und nahm Gestalt an im Jubiläumsjahr des Hl. Antonius (1931), als der Franziskanerpfarrer jener Zeit die Vereinigung „Gioventù Antoniana" gründete, um die Verehrung des Hl. Antonius von Padua durch ein christlicheres Leben wachzuhalten: Gebet und christliches Engagement in praktischer Nächstenliebe. Dieses letztgenannte Ziel wurde konkret durch die Eröffnung und Unterstützung eines Heimes für alte Leute, die sich in besonders schwierigen Situationen befänden. Diese Initiative konnte um so besser zur Ausführung kommen, als 1943 zu diesem Zweck ein Haus in einer ruhigen Zone in Betlehem gekauft wurde, ein Haus, das 1946 vergrößert und auch später immer verbessert wurde.
Im Großen und Ganzen konnte alles verwirklicht werden, weil sich unter der Leitung der Pfarrer die Pfarrgemeinde zum Ziel gesetzt hat, die notwendigen Mittel zu finden, um die Liebeswerke, die ihr zur Verwaltung anvertraut waren, auch kostenmäßig zu unterhalten.


P. Methodius Brlek ofm


Wollen Sie die Fotos von Betlehem sehen?
Einfach hier unten klicken!
Fotokollektion: Betlehem und Umgebung
Mit Fotos in high definition und low definition!
  Bethlehem MainOther Santuaries  


 

Please fill in our Guest book form - Thank you for supporting us!
Created / Updated Wednesday, December 21, 2004 at 18:14:30 by John Abela & E. Alliata
Web site uses Javascript and CSS stylesheets - Space by courtesy of Christus Rex

logo

cyber logo footer